Iris Chang: Ausgewählte Worte

Eine kurze Auswahl der Worte Iris Changs. In ihnen zeigt sich die Tiefe ihres Denkens und die Festigkeit ihres Geistes — eine Hinterlassenschaft, die sie denen, die nachkommen, anvertraut hat.
Iris Chang: Ausgewählte Worte
  • Vor allem — bitte, bitte, bitte: glaube an die Kraft eines Einzelnen. Ein einzelner Mensch vermag die Welt in großem Maße zu verändern. Ein einzelner Mensch — ja, ein einziger Gedanke — kann einen Krieg entzünden, einen Krieg beenden, ein ganzes Machtgefüge umwerfen. Eine Entdeckung kann eine Krankheit heilen; eine neue Technik kann der Menschheit Wohl, oder ihr Verderben, bringen. Du bist ein Mensch, und du vermagst das Leben von Millionen zu verändern. Setze deine Ziele hoch. Verengere deinen Blick nicht, und gib niemals den Traum oder die Überzeugung auf, die du trägst.

  • Das Wort ist die einzige Weise, das Wesentliche einer Seele aufzubewahren.

  • Der Mensch stirbt zweimal: einmal mit dem Tode des Leibes, einmal mit der Stunde, in der er aus der Erinnerung der anderen verschwindet.

  • Sieht man auf tausend Jahre Geschichte zurück, so wird klar: keine Rasse und keine Kultur hat ein Vorrecht auf die Grausamkeit im Kriege. Das Gewand der Zivilisation erscheint sehr dünn — so dünn, daß die Menschen es sich, mit Leichtigkeit, vom Leibe zu reißen wissen.

  • Ob dieses Buch Geld einbringt oder nicht — das ist mir gleich. Was ich will, ist, daß alle Menschen auf der Welt wissen, was 1937 in Nanking geschehen ist.

  • Obwohl ich von Kindheit an viele Schilderungen vom Massaker von Nanking gehört hatte, kamen mir jene Photographien dennoch unvermutet entgegen. Die nackten, schwarz-weißen Bilder ließen sich nicht ansehen: Opfer mit abgehauenen Köpfen oder aufgeschlitzten Bäuchen; nackte Frauen, von ihren Vergewaltigern in eine obszöne Stellung nach der anderen gezwungen, das Gesicht verzerrt, der Schmerz unverkennbar, die Schande und der Zorn so tief eingegraben, daß das Auge sie hernach nie mehr fortließ.